Wölfe in Deutschland

 

 

Mit Markus Bathen hatte der Naturschutzbund Hundsangen einen Fachmann zum Thema Wolf in den Ratssaal der Verbandsgemeinde nach Wallmerod eingeladen. Nahezu 100 Teilnehmer lauschten gespannt den Informationen des Leiters vom Projektbüro Wolf. In Wallmerod war es zudem die dritte aktuelle Infoveranstaltung des NABU im Westerwald. Vortrag und anschließende Diskussion sollten Antworten bringen und Aufklärung leisten. Seit Jahren untersucht und überwacht er Wölfe und deren Rudel, die in Ostdeutschland wieder heimisch geworden sind. Hier wird er von Landwirten, Jägern und Behörden hinzugezogen, wenn es um die Begutachtung gerissener Weidetiere oder Wild geht. Denn nur bei eindeutig nachgewiesenen Wolfsschäden gibt es für Landwirte und Schäfer in vielen Bundesländern Ausgleichsleistungen. Die Beispiele aus Sachsen zeigen, dass ein konfliktarmes Miteinander auch mit dem Wolf möglich ist.

 

Nach einer Begrüßung konnte Markus Bathen vom NABU Projektbüro den Teilnehmern erste Eindrücke  vom Wolf vermitteln und von seinen Erfahrungen aus der Lausitz. Selten hat ein Wildtier, das in Deutschland und in der EU unter strengem Naturschutz steht (FFH-Richtlinie Anhang 4), durch die Wiederbesiedlung seines alten Verbreitungsgebietes so viele Emotionen geweckt wie der Wolf. Längst überfällig war daher eine Infoveranstaltung, zumal 2012 bei Steinen und damit in der Verbandsgemeinde Hachenburg ein Wolf erschossen wurde. Nach den ersten Berichten über einen möglichen Wolf war lange gerätselt worden, ehe Gewebsuntersuchungen dann die Echtheit bestätigten. 

 

Wölfe interessieren und faszinieren Menschen seit Jahrtausenden, zunächst als Konkurrent, mit zunehmender Domestikation dann immer mehr als unersetzlicher Begleiter bei der Jagd oder meist als Personenschutz. Denn genetisch ist der Hund eigentlich immer noch ein Wolf und mehrere Rassen sehen im unverwechselbar ähnlich aus wie der Deutsche Schäferhund. Wie Peter Fasel vom NABU Hundsangen ergänzte, leben über 10 Millionen Menschen allein in Deutschland und vielfach in häuslicher Gemeinschaft mit 5 Millionen Hunden.

Im aktuellen europäischen Verbreitungsgebietes leben Wölfe v.a. in Osteuropa jedoch seit jeher und ohne Unterbrechung in gegenseitiger Duldung durch Menschen.  Da Wölfe vor annähernd 150 Jahren in Mitteleuropa ausgerottet wurden, ruft die Rückkehr des Wolfes natürliche Ängste hervor, wie es im Märchen der Gebrüder Grimm übertrieben dargestellt wird.

 

15 Jahre Wölfe in Deutschland, 10 Jahre NABU-Projekt Willkommen Wolf und 5 Jahre Wolfsbotschafter des NABU war Grund genug einen renommierten Wolfskenner auch nach Wallmerod einzuladen. War der Nachweis des ersten Rudels in Sachsen noch eine Sensation, hat sich der Umgang mit dem neuen Nachbarn vielerorts normalisiert. Mittlerweile leben 25 Wolfsfamilien und 7 Wolfspaare in Deutschlands freier Natur. Die Frage, ob Wölfe in Deutschland dauerhaft überleben ist keine Frage von Ökologie oder Wildschäden. Es geht vielmehr auch um die Belange unserer Mitbürger, von Landwirten und auch Jägern. Die entstehenden Fragen, die die Menschen bewegen verlangen nach ehrlichen Antworten.  Wichtig ist daher immer die Diskussion im Vorfeld, gute Aufklärungsarbeit mit Ansprechpartnern vor Ort und gegenseitiger Respekt.

 

Überzeugend waren die im Referat von Markus Bathen vorgestellten langjährigen Erhebungen und Jagdstatistiken, wonach in den Wolfsgebieten im Vergleich mit wolfsfreien Revieren Zahl und Anteil der jagdlich nutzbaren und vom Wolf bevorzugten Rehe, Rotwild und Wildschweine nicht erkennbar verringert wird. Gejagt werden vorwiegend junge, alte, kranke oder verwundete Tiere. Kontrolliert werden hierdurch die allgemein als zu hoch erachteten und die Waldverjüngung im Übermaß beeinträchtigenden Bestände der mittelgroßen Huftiere durch natürliche Selektion. Da die Wildstrecken in den letzten 20 Jahren ansteigen oder auf hohem Niveau bleiben, hängt dieser Effekt auch mit der besseren Äsung in den Offenlandbereichen zusammen, vor allem  durch die intensive Landwirtschaft. Allein durch die ständige Zunahme des Maisanbaus mit hohem Stickstoffbedarf, von Winterfütterungen oder zunehmend milderem Winterklima findet das Wild günstigere Äsungsmöglichkeiten und weniger Notzeiten über den gesamten Winter. Weitere Untersuchungen in Nordamerika haben gezeigt, dass Wildschäden vorwiegend durch neue und zugewanderte und gebietsfremde Wölfe erfolgen und nicht durch ansässigen Wölfe aus dem jeweiligen Gebiet.

Markus Bathen beantwortet gerne auch Ihre Fragen unter der Tel. 0172/6453537.

Handelt es sich allgemein um Großsäuger und um die Verbandsgemeinde Wallmerod können sie sich an die in Dreikirchen wohnende Monika Arnold , Hauptstraße 82,56414 Dreikirchen, Tel.: 06435-961140, E-Mail: monika-arnold@gmx.net  wenden. Sie ist gleichzeitig auch Mitglied im Tierschutzbeirat von RLP und Mitglied im Umweltbeirat der Verbandsgemeinde Wallmerod. Für Wölfe oder Luchse gibt es eine Hotlline-Nr.: 06306-911199 sowie für Rheinland-Pfalz einen Flyer für das Monitoring Luchs und Wolf. Der Link dazu: http://www.wald-rlp.de/fileadmin/website/fawfseiten/fawf/downloads/Abteilungen/E/Faltblatt_2014.pdf

Er liegt auch der Kreisjägerschaft, der Kreisverwaltung-Untere Naturschutzbehörde und der Polizei vor. Es ist nämlich wichtig, dass Meldungen sofort weiter geleitet werden!

 

 

 

Multivisionsvortrag über den Nationalpark Hainich - entstehende Wildnis und Urwald von morgen mitten in Deutschland

Zu einem Highlight ihrer diesjährigen Veranstaltungsprogramme luden der BUND Westerwald/Altenkirchen und die NABU-Gruppen aus der Region Rhein-Westerwald am 26.11.2014 gemeinsam in die Stadthalle Montabaur ein. Mit atemberaubenden, musikuntermalten Bildern entführten die Westerwälder Abenteurer und Naturfotografen Harry und Gabriele Neumann die knapp 200 erschienenen Zuschauer in den im Jahre 1997 gegründeten Nationalpark Hainich in Thüringen. Der Hainich ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Deutschlands und seit Juni 2011 UNESCO-Weltnaturerbe. Hier findet sich eine faszinierende, unberührte Landschaft mit einer seltenen Tier- und Pflanzenwelt. Beeindruckende Bilder der Nationalpark-Bewohner wie Wildkatze, Schwarzstorch, Uhu oder Schwarzspecht aus einer fünfjährigen Fotoarbeit zu allen Jahreszeiten wurden präsentiert. Aufnahmen der ausgedehnten Baumlandschaft mit vielfältigen, oft skurrilen Baumgestalten und bereits gefallene Baumriesen, besiedelt mit Pilzen und Moosen, erinnerten an eine verwunschene Märchenlandschaft. Die Multivisionsshow der beiden Naturfotografen war eine gelungene Abendveranstaltung, durch die man einerseits viel Neues erfahren, andererseits aber auch einmal richtig die Seele baumeln lassen konnte.




 

 

 

 

Regionale Geschäftsstelle des Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) begrüßt neue Ortsgruppe

 

Die NABU-Gruppe Waldbreitbach hat sich als 13. Ortsgruppe der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald angeschlossen. Die NABU-Regionalstelle besteht seit 2012 und ist die vierte ihrer Art in Rheinland-Pfalz. Sie vernetzt und unterstützt NABU-Gruppen bei der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit in den Landkreisen Neuwied, Altenkirchen, Westerwaldkreis sowie in und um Koblenz. Außerdem dient sie als Anlaufstelle für die Bevölkerung bei Fragen rund um das Thema Natur. Ihren Sitz hat die Regionalstelle im NABU-Naturschutzzentrum in Holler bei Montabaur. „Wir freuen uns sehr, nun auch die NABU-Gruppe Waldbreitbach zu uns zählen zu können; somit sind nun alle NABU-Gruppen aus den Landkreisen in unserem Tätigkeitsgebiet mit dabei“, so Jonas Krause-Heiber, Leiter der Regionalstelle. Die ehrenamtlich aktiven Naturschützer aus den 13 NABU-Gruppen betreuen insgesamt über 5.000 Mitglieder und freuen sich immer über neue Mitstreiter. „Für das Jahr 2015 ist erneut die Veröffentlichung eines gemeinsamen Veranstaltungskalenders aller NABU-Gruppen vorgesehen. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind zu unseren Veranstaltungen und praktischen Naturschutzaktivitäten herzlich eingeladen“, informiert Jonas Krause-Heiber. Weitere Informationen gibt es unter Tel.: 02602/970133 und unter www.NABU-Rhein-Westerwald.de.

 

 

 

 

 

Kastanienmännchen und seine Freunde

 

Schafe, Eulen und Giraffen aus Kastanien und Eicheln? Ja, das geht! Davon konnten sich Ende Oktober die Kinder der Verbandsgemeinde bei der NABU-Veranstaltung in Hundsangen überzeugen. Bewaffnet mit Bohrer, Klebstoff und Zahnstochern, bastelten die Kinder mit viel Spaß zwei Stunden Tiere und Figuren.

Die Jugendreferenten des NABU boten in der Vergangenheit zweimal jährlich Kinderveranstaltungen zu unterschiedlichen Themen an. Im nächsten Jahr verlagern sie ihr Engagement in ihren Heimatort, sodass in Hundsangen im Hebst 2015 die letzte Veranstaltung mit ihnen stattfinden wird. Somit ist die NABU-Gruppe auf der Suche nach engagierten Erwachsenen, die Ideen für naturnahe Projekte haben und sich ein bis zwei Mal im Jahr einbringen möchten. Zum Beispiel mit Vogelhäuschen bauen, Waldschnitzeljagd und Kartoffeldruck machen usw. Interessenten können sich unverbindlich mit Elke Anzion (geb. Bruckner) unter 06476/2305 oder elke.anzion@gmx.de in Verbindung setzen.

 

Gleichzeitig weisen wir auf die Jahresabschlussveranstaltung am 28. November hin. Im Gasthaus Haus am Berg in Molsberg lassen wir das vergangene Jahr gemütlich ausklingen und freuen uns auch auf neue Gesichter, die sich zum Naturschutz austauschen und mit den Hauptverantwortlichen in Kontakt kommen möchten.

 

 

 

Zugvogel-

beobachtung erfreut sich bei Naturfreunden großer Beliebtheit

 

 

Dreifelden-Hundsangen. Am 5. Oktober war es wieder soweit, im Rahmen des World Birdwatch, den der NABU-Dachverband BirdLife International nun zum 21. mal organisiert hatte, beteiligten sich bei einer Veranstaltung des NABU Hundsangen sowie der NABU Gruppen der Regionalstelle Rhein-Westerwald, 31 „Frühaufsteher“ um die Zugvögel am Dreifelder Weiher live zu erleben. Bei  gutem Zugwetter und unter fachkundiger Leitung durch Herrn Georg Fahl, Meudt-Eisen (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz) konnten über 50 Vogelarten beobachtet werden. Vom Waldparkplatz aus führte die Wanderung durch Erlenbruchwald und an Feuchtwiesen vorbei. Schon dort konnten viele Standvögel und die ersten Zugvogelarten mit interessanten Erläuterungen durch den Ornithologen Fahl bestimmt werden. Kaum kam der Dreifelder zum Vorschein, so vielen schon die weißen Gestalten inmitten des Sees auf, die sich als aus Südosteuropa stammende Silberreiher entpuppten. Diese Art wird in den letzten Jahren immer häufiger im Westerwald beobachtet, so dass man dieser Tage bis zu 70 der weißen Reiher an der Westerwälder Seenplatte beobachten kann. Weiterhin rasteten auf dem durch das Ablassen des Sees vom Wasser freigewordenen Schlammflächen Bachstelzen, Flussregenpfeifer, Alpenstrandläufer, Kormorane, und Graureiher. Die verschiedenen Entenarten (Tafel-, Stock- und Reiherente) waren emsig mit der Nahrungssuche beschäftigt. Auch der Haubentaucher, Blässrallen sowie Lachmöwe, Eisvogel und acht fliegende Bekassinen konnten beobachtet werden. Wir dürfen gespannt sein, was der „Tag des Zugvogels“ im nächsten Jahr für Vogelsichtungen bringen wird und hoffen, dass sich auch wieder viele Naturfreunde  versammeln um das einzigartige Naturschauspiel Vogelzug gemeinsam live zu erleben.

 

 

33. Vogelrally im Jubiläumsjahr des GNOR Arbeitskreises Westerwald

- Riesenspaß bei gemeinsamer Vogelbeobachtung –

NABU Hundsangen mit am Start!

 

Westerwald. Zum 33. Mal im 50zigsten Jahr des Bestehens des AK Westerwald veranstaltete die Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz (GNOR) am 27.09.2014 ihre alljährliche Vogelrally im geographischen Westerwald. An diesem Tag zogen auch die Ornithologen Johann Herzer, Konstantin Müller und Marcel Weidenfeller, als ein Team von 6, im Unterwesterwald in Feld und Wald um nach Vogelarten Ausschau zu halten.

Der Wettbewerbsgedanke fördert den Anreiz, möglichst viele Vogelarten zu entdecken um als bestes Ornithologen-Team des Tages gekürt zu werden. Weiterhin werden Daten zur Vogelwelt gesammelt. So konnten bei den 33 Vogelrallys schon 181 Vogelarten im Gebiet des Westerwaldes nachgewiesen werden. Mit 74 Vogelarten darunter Steinkauz, Hohltaube Schwarzkehlchen, Eisvogel und Wanderfalke, konnte sich das Team aus dem Unterwesterwald auf den dritten Platz beobachten. Ihre Beobachtungsgebiete lagen in der Verbandsgemeinde Wallmerod und Westerburg, sowie am Wiesensee und an der Westerwälder Seenplatte. Insgesamt konnte an diesem Tag 106 Vogelarten beobachtet werden, wobei das Siegerteam 81 Arten auf sich verbuchen konnte.

Die Sensation war aber wohl die Beobachtung (Erstnachweis für den Westerwald) eines Kleinen Sumpfhuhnes, was nach der Abschlussbesprechung in der Gaststätte „Zum Seeweiher“ am Dreifelder Weiher von allen Teilnehmern beobachtet werden konnte.

Wieder einmal waren sich alle teilnehmenden Ornithologen einig: Bei den Vogelrallys der GNOR hat man nicht nur Spaß beim gemeinschaftlichen Vogelbeobachten, sondern erfährt auch mehr über unsere einheimischen Vogelarten.

Wer weitere Infos zu den „Westerwälder Vogelrallys“ der GNOR haben möchte, oder Interesse an einer Teilnahme hat, kann sich gerne mit uns unter celes.nabu-hundsangen@gmx.de in Verbindung setzen.


 

Auch Spinnen lieben steinige Lebensräume

 

 

 

Leider ist es auch heute immer noch so, dass bei vielen Mitbürgern Spinnen als lästig oder sogar als gefährlich empfunden werden. Daher führte eine Wanderung  des NABU Hundsangen rund um den Hundsänger Steinbruch, um vor allem die Welt der Spinnen kennen zu lernen. Der Biologe Volker Hartmann, Spezialist, wenn es um Spinnen geht, brachte auch die jungen Teilnehmer zum Staunen über die vielen Arten, deren filigrane Netze oder die Lebensweise dieser und unerwartet vieler weiterer Tiergruppen entlang der Wege, unter Steinen, sowie in Grünlandsäumen.

 

Zunächst galt es Spinnen, Weberknechte, Milben und Zecken überhaupt richtig zu erkennen. Ein unverwechselbares Merkmal ist die Anzahl ihrer Beinpaare: vier Beinpaare hat jede Spinne im Unterschied zu sechs bei einem Insekt. Die vier Beinpaare befinden sich am Kopfbruststück, dann folgt der Hinterleib mit den inneren Organen und den Spinnwarzen. Kreuzspinnen mit ihrer kreuzartigen Hinterleibszeichnung gehören zu den größten und bekanntesten Spinnen. Die kräftigen Tiere, auf die man im Hochsommer allerorten trifft, haben eine nur wenig versteckte Lebensweise. Die Garten-Kreuzspinne Araneus diadematus am weißlichen Kreuz erkennbar, steht dabei stellvertretend für diese Spinnenfamilie und man kann fast sagen, sie ist das Sinnbild der Spinne. Vermutlich haben die meisten Menschen, so Volker Hartmann, gerade diese Radnetzspinne vor dem geistigen Auge, wenn das Wort Spinne fällt. Am Kopf befinden sich entweder 6 oder 8 Augen, die sie benötigen, wenn die 8 Beine treffsicher über die ganz fein gesponnenen Netzfäden laufen sollen. Gefährlich sind Spinnen jedoch nur für ihre Beute, das gilt zumindest in Mitteleuropa. Die Nahrung wird durch Verdauungssäfte vor dem Mund verflüssigt und dann aufgesogen. Um die 800 Arten sicher zu unterscheiden, bedarf es für den Einsteiger eines Mikroskops oder Binokulars und etwas Einarbeitung. Weitere Arten im Steinbruch wie etwa die durch ihre quergestreiften gelben Binden ebenfalls leicht erkennbare wärmeliebende Zebraspinne ist ebenfalls unverwechselbar. Die erst vor wenigen Jahrzehnten aus dem Süden eingewanderte Art bevorzugt kurzgrasige, steinige und bodenwarme Lebensräume wie häufig in Ton- und Steinbrüchen sowie in wärmeliebenden Magerrasen.

Ihren sonnigen und steinigen Lebensraum in und um den Steinbruch teilen sich die Spinnen mit dem Kleinem Tausendgüldenkraut, der Rauhen Nelke und dem Filzkraut. Im Fels- oder Abbaubereich brüten Uhu und Flußregenpfeifer sowie auf den Halden Zauneidechse und Schlingnatter. Tümpel sind Voraussetzung für Geburtshelferkröte und Kreuzkröte, aber auch für Mosaikjungfer, Heidelibellen und Winterlibelle. Kurzschwänziger Bläuling, Kleiner Perlmutterfalter und Mauerfuchs rasteten auf vegetationsarmen und lückigen Rasen. Fazit der dreistündigen Wanderung der Hundsangener Naturfreunde: nicht nur Stein-Spinnen lieben steinige Lebensräume.

 

Hauskatzen - Kuscheltier oder Wildvogelschreck

 

Hauskatzen rangieren als Heimtiere in der Beliebtheitsskala ganz oben. Mehr als sieben Millionen leben in Deutschland und längst nicht alle stehen unter der Obhut des Menschen. Nach Schätzung streunen fast zwei Millionen herrenlos umher. Doch auch die anderen Stubentiger halten sich nicht nur in Wohnungen und Häusern auf, sondern treiben sich vielfach im Freien herum. Wie ihre verwilderten Artgenossen gehen sie auf die Pirsch und erbeuten Vögel, aber auch andere Wildtiere wie größere Insekten, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger.

In Siedlungsbereichen ist die Zahl der Katzen besonders groß. Da es dort, vor allem in den Gärten, meist auch eine hohe Singvogeldichte gibt, ist für diese Beutegreifer der Tisch immer reich gedeckt. Ihre Jagd auf Amseln, Finken, Rotkehlchen, Meisen und andere Gartenvögel führt daher regelmäßig zu Verstimmungen zwischen Katzenhaltern und Vogelfreunden.

Doch was ergibt ein Faktencheck. Unsere Hauskatze stammt von der ägyptischen Falbkatze ab, einer Wildkatze, so Peter Fasel vom NABU Hundsangen. Trotz jahrtausendelanger Domestikation ist sie ein Raubtier geblieben und hat viele Eigenschaften ihrer wilden Stammform bewahrt. So lassen Katzen das Mausen nicht, auch wenn sie gut mit Futter versorgt sind und es eigentlich nicht nötig hätten, auf Nahrungssuche zu gehen. Ihrem Jagdinstinkt folgend, durchstreifen sie größere Reviere und fangen vor allem Haus und Feldmäuse. Aber auch Singvögel gehören zum Beutespektrum. Wie das Institut für Haustierkunde der Universität Kiel ermittelt hat, machen sie immerhin gut zwanzig Prozent aus. Doch längst nicht alle Opfer werden gefressen. Das Anpirschen und Ergreifen der Beute dient neben dem Nahrungserwerb auch dem Ausleben des Spieltriebs und bei Jungkatzen dem Einüben des Jagdverhaltens. Da die Vögel im Siedlungsbereich einem starken Feinddruck ausgesetzt sind, stehen sie unter Stress. Dabei spielen neben Rabenvögeln, Greifen, Eulen und Säugetieren wie Eichhörnchen und Marder die Hauskatzen eine nicht unerhebliche Rolle. Wie andere Beutegreifer vermeiden auch sie einen energiezehrenden Jagdaufwand. Deshalb erbeuten sie meist nur häufig vorkommende Arten wie Amseln und Meisen. Junge sowie durch Alter oder Krankheit geschwächte Vögel sind besonders leichte Beute.
           
Entscheidender Faktor für die Stabilität der Vogelpopulationen ist allerdings nicht die Zahl ihrer Feinde, sondern die Lebensraumqualität. Wo ausreichend Futter, Nist- und Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, können sich die Vögel erfolgreich fortpflanzen und Verluste durch Beutegreifer einschließlich der Katzen meist gut verkraften. Da unsere gefiederten Nachbarn wie auch das Wild in der Kulturlandschaft durch Biozideinsatz und Ernteschock im Herbst vielfältigen schädigenden Einflüssen ausgesetzt sind, kann die hohe Katzendichte in städtischen und dörflichen Randbereichen bei bestandsgefährdeten Vogelarten wie der bodenbrütenden Feldlerche entscheidend zum Erlöschen lokaler Populationen beitragen.
Als Katzenhalter ist man für sein Tier verantwortlich, auch dann, wenn es am Tage oder des Nachts unbeaufsichtigt im Garten herumstreunt. Katzenbesitzer bittet der NABU, sie sollten auch die wild lebenden Vögel in ihr Herz schließen, denn Tierliebe sollte unteilbar sein.

 

Katzenfreunde und Gartenbeseitzer können daher viel tun, damit sich die Zahl der getöteten Gartenvögel und nützlichen Kleinsäuger in Grenzen hält:

 

  • Schaffen Sie sich nur dann eine Katze an, wenn Sie über genügend Zeit und Platz verfügen. Spielen Sie öfter mit ihr. Auch so kann sie ihren Jagd- und Spieltrieb ausleben.
  • Das Aussetzen von Katzen ist tierschutzrechtlich verboten. Herrenlose Katzen müssen jagen, um zu überleben. Sie fressen hauptsächlich erbeutete Wildtiere und daher auch häufiger Vögel.
  • Sorgen Sie bei längerer Abwesenheit wie jetzt in den Ferien für eine zuverlässige Betreuung Ihrer Katze. Ist das nicht möglich, können Sie das Tier auch zeitweise in einem Tierheim oder einer Tierpension unterbringen.
  • Lassen Sie Ihren Kater kastrieren. Er wird häuslicher, markiert weniger und streunt seltener herum. Lassen Sie Ihre Katze sterilisieren. Damit tragen Sie nicht zur Zunahme der Katzenpopulation bei und Sie müssen sich auch keine Gedanken um den Verbleib des Nachwuchses machen.
  • Denken Sie gerade an die Vögel draußen. Dann fällt herrenlosen und streunenden Hauskatzen so mancher Jungvogel zum Opfer. Lassen Sie deshalb vor allem in den Monaten April und Mai Ihre Katze am besten nicht aus dem Haus oder zumindest nicht unbeaufsichtigt ins Freie.
  • Ein Halsband mit einem kleinen Glöckchen macht zwar die Vögel auf die Katze aufmerksam, nützt aber dem noch hilflosen Vogelnachwuchs gar nichts. Außerdem ist das Klingeln eine Tortur für die empfindlichen Katzenohren.

 

Haben Sie einen Garten, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Vögeln zu helfen:

 

  • Gestalten Sie Ihren Garten naturnah. Stauden, Sträucher und Bäume bieten den Vögeln viele Versteckmöglichkeiten. Auf einem kurz geschorenen Zierrasen stehen Amsel, Drossel, Fink und Star wie auf dem Präsentierteller und laden Katzen geradezu dazu ein, Beute zu machen. In einem Ökogarten finden natürlich auch andere Wildtiere wie etwa Molche und Frösche in Gewässern, in Trockensteinmauern Zauneidechsen oder in Komposthaufen Blindschleichen Schutz vor jagenden Katzen. Naturnaher Wildwuchs ist angesagt.
  • Um Katzen von Nestern in Bäumen fernzuhalten, können Sie den Stämmen etwa fünfzig Zentimeter breite Abwehrmanschetten aus Blech oder Kunststoff anlegen. Oder verwenden Sie Brombeerranken. Das kostet nichts. Verzichten Sie auf Stacheldraht, denn daran könnten sich die Katzen, aber auch andere "Vogelliebhaber" wie Eichhörnchen oder Marder gefährlich verletzen.
  • Hängen Sie Nistkästen so auf, dass Katzen keinen Zugang haben: An Fassaden oder freihängend an Seitenästen und mindestens zwei Meter über dem Boden. Besonders katzensicher sind Nistkästen mit steilem, glattem Dach. Futterhäuschen und Vogeltränken mindestens zwei Meter vom nächsten Gebüsch entfernt aufstellen. So können sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen.
  • Katzen haben hochsensible Nasen. Wenn sie Gerüche nicht ausstehen können, meiden sie die Duftquellen.

Da Hauskatzen bei ihrer Beutesuche größere Gebiete durchstreifen, machen sie natürlich nicht an Gartengrenzen halt. Kommen Sie deshalb mit Ihrem Nachbarn ins Gespräch. Vielleicht besitzt er ja auch eine Katze und ist noch nicht so gut über die Problematik informiert wie Sie. Schutzmaßnahmen Einzelner sind zwar nicht für die Katz, aber nur wenn möglichst zahlreiche Gartenfreunde, ob Katzenhalter oder nicht, den Vögeln helfen, fallen weniger den Hauskatzen zum Opfer. Weitere Informationen finden Sie unter www.nabu.de

 

Gewässerexkursion „Ins Reich von Ringelnatter, Molch und Co“ war voller Erfolg

 

 

Die traditionell angebotene Tümpelexkursion „Ins Reich von Ringelnatter, Molch und Co“ der Will und Liselott Masgeik-Stiftung zusammen mit der Ortsgruppe des NABU Hundsangen war wieder ein voller Erfolg. So hatten sich fast 70 Teilnehmer bei sommerlich schwülen Wetter im Naturschutzgebiet „Hartenberg / Steincheswiese“ eingefunden um bei warmen Temperaturen den Naturtümpel der Stiftung und dessen Bewohner in Augenschein zu nehmen. Ausgerüstet mit Keschern, Sieben und Marmeladengläsern gingen die großen und kleinen Forscher auf die Suche nach Tieren, die sie in dem Tümpel entdecken konnten. Schon nach kürzester Zeit fanden die Kinder zahlreiche kleine Fische des dreistacheligen Stichlings, mehrere Ohrschlammschnecken sowie etliche Libellen- und anderen Insektenlarven und vieles mehr. Im Anschluss an die Entdeckungs- und Sammelphase wurden die entdeckten Tierarten durch den Naturschutzreferent der Stiftung, Philipp Schiefenhövel spielerisch erklärt. An Hand von Eintagsfliegenlarven, Klein- und Großlibellenlarven sowie Wasserläufer und Schwimmkäfern und vielen mehr erklärte Schiefenhövel die unterschiedlichen Nahrungs- und Entwicklungszyklen der Tümpelbewohner. Besonders die von Philipp Schiefenhövel gefangene Blaugrüne Mosaik-Jungfer – eine heimische Libellenart sowie eine große Blindschleiche  zogen die Exkursionsteilnehmer in Ihren Bann. Marcel Weidenfeller vom NABU Hundsangen bedankte sich abschließend bei der Stiftung für die gelungene Exkursion und alle waren sich einig, dass sich der Ausflug nach Molsberg ins Reich zu Ringelnatter, Molch und Co gelohnt hatte.

 

„Erlebnisreiche Nacht unter Fledermäusen in Wiederstein“

 

 

 

Obwohl es nicht der erste Besuch in der Kapellenschule in Wiederstein war, dürften die jungen und älteren Fledermausfreunde die Veranstaltung der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein mit dem Heimatverein Wiederstein bestimmt nicht so schnell vergessen. Denn schon bevor die Jagd auf Fledermäuse mit Detektor und Taschenlampe startete, mussten knifflige Fragen zur Biologie der nächtlichen Kobolde beantwortet und spannende Jagdflüge spielerisch in Szene gesetzt werden. Keine Langweile gab’s auch nach dem Dunkelwerden in der Kapellenschule und anschließend im Mischebachtal mitten unter vielen jagenden Fledermäusen.

 

 

 

Der museale alte Dorfkern mit seinen holzverkleideten Siegerländer Fachwerkhäusern, eine 250 Jahre alte Kapellenschule mit Glockenturm, Wiesen mit naturnahen Bachläufen von Heller- und dem Mischebach, Bergwerksstollen und kleine Halden könnten gut Kulisse für einen Fledermausfilm darstellen. Als Einstieg informierten Marcel Weidenfeller vom Arbeitskreis Fledermausschutz im Westerwald und Peter Fasel von der Biologischen Station vor den über 50 Veranstaltungsteilnehmern über diese eigenartige Säugetiergruppe, über Erkennungsmerkmale, Biologie, Ernährung sowie den Aufenthalt der akrobatischen Insektenjäger im Jahresverlauf. Hierzu gehören auch die Winterverstecke in frostfreien Stollen oder Kellern. Nur im Sommer werden zur Aufzucht ihrer Jungen holzverkleidete Gebäude oder hohle Bäume aufgesucht. Die alte Kapellenschule bot eine gute Kulisse für den Einstieg ins Thema. Besonders lebhaft verliefen die Fangspiele, bei denen einzelne Kinder mit einem Dracula-Umhang bekleidet und mit verbundenen Augen die in einem Kreis laufenden Teilnehmer fangen mussten. Hierbei ging es um das Erlernen der Jagdstrategie mit verbundenen Augen. Zur nächsten Etappe führten die Herr Hebel und Bäcker vom Heimatverein die Gruppe auf den Speicher der Kapellenschule. Die Überraschung war perfekt: unterm Dachfirst hingen im Schein einer Taschenlampe erkennbar diesmal eine ganze Gruppe Brauner Langohren und darunter auch mehrere diesjährige Jungfledermäuse. Nach einer anschließenden kurzen Wanderung kamen Fledermaus-Detektoren auf der Brücke des Mischebaches  zum Einsatz. Sie wandeln Ultraschalllaute jagender Fledermäuse in hörbare Frequenzen um. Die Geräte standen kaum still, denn permanent überflogen Fledermäuse die Brücke. Ein Teil der Gruppe machte anschließend noch eine Wanderung zum Weiher des Angelsportvereins, wo zufällig ein Nachtangeln stattfand. Da der Angelsportverein wieder ein Betreten des Geländes zugesagt hatte, bot das schwüle Wetter reiche Beute sowohl für die Forellen wie auch für Fledermäuse und andere nachtaktive Insekten. Auch hier gab‘s wieder im Schein der Taschenlampen jagende Fledermäuse zu sehen. Die frequenzmodulierten Detektoren erlauben sogar Fledermausarten an den arteigenen, knatternden Rufen zu unterscheiden . Während Wasserfledermäuse zunächst gleichmäßig ortend über die Wasseroberfläche flogen, erhöhten sie die Frequenz gut hörbar mit zunehmender Annäherung an die reichlich fliegenden Mücken und Eintagsfliegen. Für Kinder wie Erwachsene war es wieder ein erlebnisreicher Abend und die Fledermäuse haben sicher viele neue Freunde gewonnen.

 

NABU on Tour 2014

Am Samstag, den 28. Juni war es wieder soweit. Der alljährliche gemeinsame Tagesausflug der NABU- Gruppen Hadamar, Hundsangen, Guckheim und interessierter Bürger stand diesmal ganz unter dem aktuellen, überregionalen NABU- Thema `Naturnahes Gärtnern´. Die Fläche aller Privatgärten in Deutschland zusammen genommen entspricht in etwa der Fläche aller deutschen Naturschutz- gebiete zusammen. Dies birgt ein ungeheures ökologisches Potential. Doch leider wird dies in unseren modernen, auf wenige Elemente reduzierten Gärten nicht ausgeschöpft. Insekten, Amphibien, Vögel und Säugetiere brauchen einheimische Wildpflanzen als Nahrungsgrundlage und z.B. dichte Hecken und alte Bäume als Lebensräume. In unseren aufgeräumten Gärten, die überwiegend mit exotischen oder sterilen Zierpflanzen bestückt sind, finden sie jedoch kaum noch Nahrung und Lebensräume. Um ein Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen und Alternativen aufzuzeigen, fuhr der vollbesetzte Reisebus zunächst zur „ Kräuter- und Wildpflanzengärtnerei Strickler“ nach Alzey, der größten ihrer Art in Deutschland

 

 

(www.gaertnerei-strickler.de). Die Bioland zertifizierte Gärtnerei hat rund 1700 Pflanzenarten im Angebot, rund die Hälfte davon mitteleurop.

Wildarten. Man setzt dort auf Nachhaltigkeit, produziert energie- und wassersparen und hat auf torffreie Pflanzerden umgestellt. Der Chef persönlich führte die reiselustige Gruppe über das Gelände und erläuterte mit viel Herzblut und Enthusiasmus für die Sache seine Firmenphilosophie. Nach der Führung blieb noch Zeit für ein Stöbern im vielfältigen Angebot und dem Einkauf des ein oder anderen Pflänzchens. Das Gepäckteil des Reisebusses füllte sich mehr und mehr mit wucherndem Grün. Als nächste Station stand der „ Naturschaugarten Lindenmühle“ in Mainz auf dem Programm. Dort erwartete uns bereits ein Mitarbeiter der Firma „ Ahornblatt“, die diese artenreiche Schauanlage vor rund 10 Jahren im Rahmen der Agenda 21 der Stadt Mainz mit initiiert hatte. Es finden sich dort unzählige mitteleuropäische Blühpflanzen, Wildrosen, Heckenanpflanzungen und

 

(Obst-)Bäume, darunter zahlreiche `Rote Liste- Arten´. Trockenmauer, Totholz-bereiche, Sandhügel, Teich und eine große Insektennisthilfe lockern die Anlage zusätzlich auf. Nach der Führung, die den wissbegierigen NABUlern Lust auf mehr machte, bestand die Möglichkeit sich in der nahe gelegenen Baumschule der          „ Wildpflanzenspezialisten Ahornblatt GmbH“ umzuschauen und Pflanzen für den eigenen Garten mitzunehmen. Die Gärtnerei Ahornblatt (www.ahornblatt-garten.de)

 

 

ist spezialisiert auf einheimische Gehölze und naturnahe Rosen und

 

 

 

erhielt u.a. 2011 den rheinlandpfälzischen Umweltpreis für ihre Verdienste im Artenschutz und für ihre Anlage von `Lebenden Pflanzen- Genbänken´. Der Gepäckraum des Reisebusses platzte nach diesem Besuch schier aus allen Nähten. An dieser Stelle einen ganz herzlichen Dank an den Busfahrer Herr Sommerhoff von der Firma Menges aus Guckheim, der immer noch eine Pflanze mehr sicher im Gepäckraum verstaute. Nach so viel Informationen und Schwelgen im wuchernden Grün zog es alle nach Essenheim zum Weingut Wagner, wo im stimmungsvollen Innenhof der Straußwirtschaft eine kleine Vesper und leckerer Wein auf die gut gelaunte Gruppe warteten. Nach dieser Stärkung ging es mit dem Bus zurück in den Westerwald. Es war ein sehr gelungener und kurzweiliger NABU on Tour- Ausflug. Vielen Dank allen Mitreisenden und dem Orga- Team für das Gelingen dieses schönen Tages. Wir freuen uns schon auf´s nächste Jahr.

 

 

Susanne Piwecki / NABU Hadamar

 

 

 

Jungvogel gefunden -

  was tun“

Findet man einen Jungvogel, so muss zunächst entschieden werden, ob das gefundene Tier überhaupt Hilfe benötigt. Wie Leander Hoffmann und Marcel Weidenfeller vom NABU Hundsangen bestätigen, dürfen Vogelkinder im Unterschied zu jungen Säugetieren im Zweifelsfall durchaus auch angefasst werden. Erwachsene Vögel stören sich nicht am menschlichen Geruch. Daher können aufgefundene Vögel ruhig aufgehoben, auf Verletzungen untersucht und zurück ins Nest bzw. in ein Gebüsch gesetzt werden. Bitte bei Greifvögeln aufpassen – auch Jungtiere können schon kräftig zubeißen und sich mit ihren starken Fängen festkrallen. Daher immer nur vorsichtig mit dicken Handschuhen oder einer Decke nähern. Wird ein Vogel aufgefunden, muss man als erstes folgende Dinge unterscheiden: Handelt es sich um einen Nestling, Ästling oder um ein verletztes Tier?

 

Sobald die Vogelkinder unserer Singvögel fertig befiedert sind, verlassen sie noch flugunfähig das Nest. Sie werden noch rund zwei Wochen (bei Rabenvögel dauert diese Phase bis zu fünf Wochen) weiter von den Eltern versorgt und lernen langsam die selbstständige Nahrungsaufnahme, sowie das Fliegen. Jungvögel erkennt man an den meist gelben oder weißen dicken Schnabelwülsten. Wird ein solches Tier aufgefunden, sollte es zunächst aus sicherer Entfernung beobachtet werden, um zu sehen ob es von den Elterntieren versorgt wird. Nur wenn dies nicht der Fall ist, das Tier verletzt ist oder immer schwächer wird, ist menschliches Einschreiten gefragt. Sitzt ein Ästling in unmittelbarer Gefahrenzone, kann man das Tier ohne Probleme vorsichtig in einen nahen Busch setzen. Ein Radius bis zu 25 Metern ist kein Problem.

 

Werden diese Tiere am Boden aufgefunden, brauchen sie, unabhängig von ihrem Alter, Hilfe. Sie verbringen die meiste Zeit ihres Lebens in der Luft, vor allem Mauersegler unterbrechen ihren Flug nur zur Brutpflege. Diese Tiere sind sehr speziell in der Handhabe, benötigen spezielles Futter und den richtigen Umgang. Sie sterben sehr schnell, wenn man beispielsweise ein nicht artgerechtes Futter verwendet. Bitte werfen Sie die Tiere nicht in die Luft, um sie zum Fliegen zu animieren – dabei können schlimme Verletzungen entstehen, weswegen die Tiere euthanasiert werden müssen. Im Zweifelsfall können Sie einen Tierarzt kontaktieren.

 

Die Aufzucht eines Jungvogels ist eine wunderschöne Aufgabe, die aber auch mit viel Arbeit und finanziellem Aufwand verbunden ist und entsprechendes Fachwissen benötigt. Die Tiere brauchen neben dem richtigen, oft sehr breit gefächerten Nahrungsangebot, Vitamin-Zusätze, Parasitenbehandlung etc. Auch die Aufzucht von einzelnen Tieren empfiehlt sich nicht, da es hier zu einer schweren Fehlprägung kommt, die den Tieren ein Überleben in der Natur enorm erschweren. Sobald sie das Nest verlassen, müssen sie lernen selbstständig zu fressen und brauchen Flugtraining.

 

Wiesen besser schützen

 

 

 

Wenn alle auf die Wiesen wollen, dann geht’s so zu wie auf einem bekannten Münchener Festplatz: von der Wiese bleibt nur der Name. Zu viele Liebhaber stürmen gerade jetzt im Frühjahr vor Beginn von Mahd oder Beweidung, vor Abschluss des Brutgeschäftes der Vögel und in der Aufzuchtzeit des Wildes das bewirtschaftete Grünland. Viele dieser Wiesenfreunde interessieren sich aber immer weniger für die eigentliche Zweckbestimmung des Grünlandes, so dass Landnutzer und die Natur messbaren Schaden nehmen.

 

Der Ärger mit freilaufenden Hunden in der Landschaft ist bei Landnutzern verbreitet und örtlich zu einem Problem ge­worden. Auseinandersetzungen zwischen Grundstücksbesitzern, Landwirten, Hundehaltern, Jägern und den Naturschützern ste­hen daher gerade jetzt im Frühjahr auf der Tagesordnung. Ein großes Problem hat dabei die Landwirtschaft, weil die Hundebesitzer am liebsten in der freien Natur ihre über 5 Millionen Hunde in Deutschland laufen lassen möchten, die dann zwischen dem Spielen auch ihr „Geschäft“ verrichten. Hundekot, aber auch Gegenstände, die zum Apportieren auf die Wiesen geworfen und über das Futter in die Erntemaschinen gelangen, verursachen Störungen und Reparaturkosten. Wirtschaftliche Verluste entstehen auch durch Übertragung von Krankheiten. Die Rechtslage ist in der Tat nicht einfach. Nach § 2 Abs. 1 der Tierschutz-Hundeverordnung ist ei­nem Hund ausreichend Auslauf im Freien zu gewähren, also außerhalb eines Zwingers oder einer Anbindehaltung. Gerade jetzt im Frühjahr vor dem ersten Schnitt ist jedoch in Wiesen, Weiden oder Getreidebeständen mehrfach Rücksicht gefordert. Hierzu gehört auf genutzten Flächen daher immer auch das Mitnehmen des Hundekots, der in der Silage zu Faulstellen und zu Erkrankungen führt. Rechtsverordnungen ermächtigen auch Gemeinden, zur Verhü­tung von Gefahren oder zur Sicherung der Gesundheit Verordnungen zu erlassen, etwa zu einer befristeten Anleinpflicht. Ferner dürfen Hunde dem Wild und artenschutzrechtlich besonders geschützten Tierarten nicht nachstellen und diese gefährden, indem sie unbeaufsichtigt umherrennen dürfen.

 

 Aber auch Landwirte unterliegen aus Natur- und Umweltschutzschutzgründen immer häufiger Einschränkungen ihrer Nutzungsart und -intensität, etwa in Natur- oder Wasserschutzgebieten durch Verbote des Grünlandumbruches, der Düngung oder zugunsten besonders geschützter Arten. Nach dem neuen Bundesnaturschutzgesetz gilt auch für Land- und Forstwirte in und ausserhalb von Schutzgebieten eine besondere Rücksichtnahme und ggf. Einschränkungen zugunsten national oder europaweit geschützter Arten und Pflanzengesellschaften, wie etwa bei Magerwiesen oder Heiden oder zugunsten von Schmetterlingen und Wiesenvögeln, sofern sich diese in einem ungünstigen Erhaltungszustand befinden. Die Naturschutzverbände schlagen Alarm: so ist der allbekannte Kiebitz schon seit 20 Jahren als Brutvogel im Westerwaldkreis erloschen und selbst  Feldlerche, Wiesenpieper oder Braunkehlchen befinden sich im stetigem Rückgang. Von Raubwürger im Offenland und Bekassine in Feuchtwiesen gab es in den letzten Jahren keine Brutnachweise mehr. Lediglich ausgewählte, im Rahmen des Vertragsnaturschutzes geförderte Flächen ermöglichen ihnen letzte, aber nicht dauerhaft ausreichende Rückzugsräume. Hier sind Düngung, Besatzdichte oder der Mahdzeitpunkt eingeschränkt und insoweit auch der Ertrag aus diesem Grünland geringer. Damit uns der „Stumme Frühling“, ein bekanntes umweltkundliches Sachbuch der 60er Jahre von Rachel Carson und Ausgangspunkt der weltweiten Umweltbewegung erspart bleibt, bittet die NABU Gruppe Hundsangen entschieden mehr um gegenseitiges Verständnis und Rücksichtnahme.

 

 

 

 

Morgendliches Vogelkonzert

begeistert Frühaufsteher

 

 

 

Molsberg. Da die Vogelwelt nach dem Rückzug des milden Winters wieder größtenteils vollzählig ist und die Balzgesänge der einzelnen Vogelarten wieder allmorgendlich laut erklingen, lud die NABU Gruppe Hundsangen am 04.05.2014 zur alljährlichen Vogelstimmenwanderung nach Molsberg ein. Trotz der sehr frühen Startzeit von 6.00 Uhr konnte Marcel Weidenfeller von der NABU Gruppe  Hundsangen bei idealem Vogelbeobachtungswetter 30 Naturfreunde begrüßen. Die Leitung der Exkursion übernahm dankenswerter weiße der Vogelexperte Georg Fahl aus Meudt-Eisen von der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie. Er konnte viel über die gehörten und beobachteten Vogelarten berichten und so kam es, dass am Ende der Wanderung 53 Vogelarten den Teilnehmern vorgestellt wurden. Nicht nur „Allerweltsarten“ wie Ringeltaube, Stockente und Graureiher konnten gesichtet werden, sondern auch Seltenheiten wie der im Westerwald fast verschwundene Gartenrotschwanz ließen die Vogelfreunde erfreut staunen. So manch ein Vogel wie der Buntspecht, Trauerschnäpper und die Goldammer ließen sich aus nächster Nähe und bei bestem Beobachtungslicht bestaunen, so dass der ein oder andere schon vermutete ob der NABU die Vögel speziell für diesen Tag bestellt hatte. Nach der dreieinhalb stündigen Beobachtungstour rund um Molsberg gab es für die Teilnehmer noch eine Überraschung! Alle wurden zu einem reichhaltigen Frühstück, welches die NABU Mitglieder Ute Oey und Joachim Hannappel liebevoll zubereitet hatten, in der Natur eingeladen. Dies bereitete nach der langen Wanderung besondere Freude! Alle Teilnehmer waren sich einig: „Eine gelungene Aktion der NABU Hundsangen“ und stimmen mit überein: „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“!

 

Löwenzahn und Scharbockskraut - auf den Spuren der Frühjahrs-Wiesenkräuter

 

 

 

 

 

Unter dem Motto "Landschaft schmeckt und heilt" trafen sich wieder über 30 Naturfreunde am Hundsangener Schwimmbad zu einer nicht alltäglichen, aber sehr unterhaltsamen und zudem lehrreichen Kräuterführung. Katharina Kindgen, Kräuterpädagogin aus Merkelbach, überzeugte die Teilnehmer schnell von den Vorzügen heimischer Wildkräuter auf einer Rundwanderung im Lohbachtal.

 

 

 

 War es für unsere Großeltern noch wichtig Minze, Kamille oder Schafgarbe für die Hausapotheke selbst in der Natur zu sammeln oder im Garten zu kultivieren, so macht es die moderne Medizin und Kosmetik fast überflüssig, sich selbst das erforderliche Wissen um Pflanzen, Inhaltsstoffe oder Verwendungsmöglichkeiten anzueignen. Garten und Natur dienen eher der Freizeitgestaltung. Was in Wald, Feld und Flur wächst oder verwendbar ist gerät zur Nebensache. Ausnahmen sind die Land- und Forstwirte, Naturfreunde und Kräuterpädagoginnen wie Katharina von der NABU Gruppe Kroppacher Schweiz. Selbst die moderne Medizin hat inzwischen erkannt, dass viele Krankheiten auch mit natürlichen Wirkstoffen sehr schonend kuriert werden können. Muss es wirklich immer die "praktische und schnelle" Kräutermischung aus der Tüte sein, um einen Salat oder Gericht zu würzen oder finden wir Gleiches nicht auch bei einem Naturspaziergang oder in der Blumenwiese, fragt uns die Pädagogin. Während Kinder zum Beispiel den jetzt in voller Blüte stehenden Löwenzahn, die erste der vorgestellten Pflanzen als lustige Pusteblume erleben, die man zu einem Kranz flechten kann, ist er für andere nur Kaninchenfutter. Katharina jedoch schätzt den Löwenzahn als eine vorzügliche Heil- und Küchenpflanze etwa zu Salaten. Die auch Butterblume genannte Pflanze hat ihren Namen von den gezähnten Blatteinschnitten erhalten. Im Bestimmungsbuch findet man ihn in der Familie der Korbblütler, deren viele Einzelblüten korbförmig zu einem Blütenstand verwachsen sind. Am wertvollsten sei er im Frühjahr oder Frühherbst aufgrund seiner Bitter- und Mineralstoffe, sowie Cholin und Inulin. Löwenzahnsalat ist wirklich köstlich schwärmt Katharina. Er ist außerdem vitaminreich, er wirkt verdauungsfördernd und ist vor allem harntreibend. Auf gut deutsch gesagt, wenn man Löwenzahn isst, muss man bald darauf pinkeln. Auf Französisch heißt die Pflanze daher auch "pissenlit" (="Pissinsbett") – wer hätte so was von den Franzosen gedacht! . Aus seinen Wurzeln kann aber auch ein Kräuterkaffee hergestellt werden. Am besten schmeckt dieser Löwenzahn-Kaffee dann mit Milch, Zimt und Honig. Wie Peter Lustig aus dem Kinderfernsehen, geht es mit Katharina auf Entdeckungsreise und hierbei vermittelt sie Zusammenhänge aus Natur und Umwelt oder Heilwirkungen und weitere Verwendungsweisen.  Ihr vielfältiges Wissen und ihre lebhafte Ausdrucksform fesselte schnell die Teilnehmer, die dann Gundermann, Günsel, Labkraut, Wiesenschaumkraut, Wiesenkerbel, insgesamt nicht weniger als 40 Pflanzen kennen lernen durften. Alleine die amüsanten Geschichten um die vorgestellten Kräuter waren schon eine Teilnahme wert: so ist das am Wanderweg blühende Wiesenschaumkraut jetzt im Frühjahr ein köstlicher Salatbestandteil. Auf dem Rückweg in der Steingrob mit seinem bunten Frühlingsblühern gab es wieder Interessantes zur Bestäubungsbiologie des Aronstabes. Dieser lockt seine Bestäuber, überwiegend Fliegen, mit üblen Gerüchen an,  um sie dann in einer Kesselfalle einzusperren bis zur erfolgten Bestäubung der eigenen Blüten, Ihre spannenden Geschichten um viele Pflanzen machte es den Teilnehmern und vor allem den Kindern leicht, sich Eigenarten, Verwendungszweck oder medizinische Heilwirkung einzuprägen.

 

 

Naturnahe Gartengestaltung

 

mit Einheimischen Stauden und Sträuchern

 

 

 

Am Freitag, den 14 März lud der NABU Hundsangen zu einem Vortrag zum Thema Naturnahe Gartengestaltung mit einheimischen Stauden und Sträuchern in die Erich- Kästner Schule in Hundsangen ein.

 

In einer Powerpoint- Präsentation führte Naturgartenplanerin Susanne Piwecki aus Hadamar die rund 25 Zuhörerinnen und Zuhörer in die Grundlagen des naturnahen Gärtnerns ein, thematisierte biologische Zusammenhänge und zeigte auf, welche Lösungsansätze sich daraus für den eigenen Garten ableiten lassen. So veranschaulichte sie eindrücklich, warum Pflanzenvielfalt auf dem eigenen Grundstück der Schlüssel zu einem biologischen Gleichgewicht des Gartens ist.

 

Nur wo Vielfalt herrscht, können einzelne Tierarten nicht Überhand nehmen. Aus unseren modernen, auf wenige Elemente reduzierten Gärten, die zumeist nur noch mit Exoten bepflanzt sind, ist die Vielfalt allerdings weitestgehend verschwunden.

 

Vielen Tieren wurde somit ihre Lebensgrundlage entzogen, denn jede einheimische Pflanze ernährt durchschnittlich 10 verschiedenen Tierarten, während exotische Pflanzen nur Nahrung für rund 4 Tierarten bieten.

 

Im naturnahen Gartenbau spielen, neben der biologischen Vielfalt, Pflanzenanordnungen nach dem Vorbild der Natur eine große Rolle. Nehmen wir natürliche Pflanzengesellschaften als Vorbild und pflanzen (Wild-)Stauden und Gehölze standortgerecht, so brauchen diese keine aufwendige Pflege. Auf vielerlei Weise wurde an diesem Abend deutlich, dass Dünger, Pflanzenschutzmittel und auch zusätzliche Wassergaben nicht nötig sind, wenn wir mit der Natur und nicht gegen sie gärtnern. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete Susanne Piwecki die zahlreichen Fragen der anwesenden Gartenfreunde.

 

Großes Interesse am Obstbaumschnittkurs des          NABU Hundsangen

 

Auf große Resonanz stieß der Obstbaum-Schnittkurs der NABU Gruppen Hundsangen und Guckheim. Nach einer Einführung im neuen Feuerwehr-Gerätehaus in Hundsangen ging es gut gestärkt auf eine Streuobstwiese der Familie Rausch. Nach einer Demonstration des Pflanzschnittes folgte der für viele Teilnehmer schwierigere Teil der praktischen Pflege älterer Obstbäume.

 

Anlage, Erhaltung und Pflege von Feldobstbeständen sind seit 25 Jahren regelmäßig im Programm des Naturschutzbundes Hundsangen. Ziel ist zunächst die Erhaltung von Feldgehölzen und Obstbäumen als traditionelle Bestandteile der Westerwälder Kulturlandschaft und für die Tierwelt. Hier ist es z.B. gelungen den Bestand des Steinkauzes von einzelnen Zufallsbruten durch die Anbringung von 45 Nisthilfen von Leander Hoffmann in der Verbandsgemeinde Wallmerod auf jahrweise 7 bis 11 Bruten zu steigern und somit auf den größten Bestand in einer Verbandsgemeinde und im rechtsrheinischen Westerwald.

 

Bei dem ganztägigen Seminar ging es jedoch vorrangig um Fragen zu Pflanzung, Pflege und Obstbaumschnitt. Mit Theo Bauer aus Selters hatte man einen Obstbaumberater aus Selters gewinnen können. In seiner theoretischen Einführung ging es zunächst um die in unserem Raum verwendbaren Obstsorten bis zu Pfirsich und Speierling, um Schnitttechniken und Unterlagen für Pillar bis Hochstamm, Pflanzenschutz und organische Düngung, was für manch jungen Teilnehmer ganz neu war.

 

Ganz wichtig war die Vermittlung von Kenntnissen des Kronenaufbaus mit Stammverlängerung und Leittrieben, die Begünstigung von 2-3jährigen Trieben, an denen sich die Früchte bilden und Tipps zum Belassen oder zur Entnahme von ganzen Astpartien, die zu dicht gewachsen sind.

 

In der Mittagspause wurden die Teilnehmer mit Würstchen und Getränken versorgt. Danach ging es zur Streuobstwiese der Familien Rausch am Ortsrand. Dort erfuhren die Teilnehmer, dass eine gute Baumschule daran zu erkennen sei, dass Jungbäume einen guten Wurzelbesatz und wenigstens 5-7 Triebe haben sollten. Beim Pflanzschnitt kommt es zunächst darauf an, 4 Triebe auszuwählen, die gleichmässig um die Stammverlängerung angeordnet sein sollen und um den Rückschnitt auf „Saftwaage“, d.h. gleiche Höhe. Bei älteren Kronen muss entschieden werden, welche Äste verbleiben und welche rausgeschnitten werden, so u.a. nach unten hängende, abgetragene Aste oder generell zu dichte und damit zu dunkle Kronenpartien. Denn Licht und Luft sind notwendig zum biologischen Pflanzenschutz wie auch zur Besonnung von Blättern und Früchten. Neben der klassischen Pyramidenkrone für Feldobstbestände zeigte Herr Bauer den Aufbau einer Hohlkrone bei Exemplaren mit ungünstiger oder abgebrochener Stammverlängerung. Dass Feldobstbestände häufig viel zu dicht gepflanzt werden und hierdurch die Mahd mit Traktor und Erntemaschinen erschwert oder unmöglich wird, bemängelte Peter Fasel von der NABU Gruppe bei kommunalen Ausgleichspflanzungen. So sollen Hochstammpflanzungen einen lichten Abstand in den Reihen von 15 m nicht unterschreiten, innerhalb einer Reihe kann dann der Stammabstand 10 m betragen. Ein weiterer wichtiger Punkt war dann auch die Förderung sowohl von Neupflanzungen und des immer wichtiger werdenden Schnittes von Altbäumen, z.B. an Straßen. Hierfür gibt es ein Förderprogramm bei der Naturschutzverwaltung des Westerwaldkreises

 

Am Ende des zum Glück frostfreien Februartages war den Teilnehmern dann doch anzusehen, dass man sich schon längst mal mit diesem Thema hätte befassen sollen. Durch diese und vergleichbare Angebote und einer Vorstellung von Obstbaumschnitt-Literatur leisten die Umweltaktiven praktische Hilfen für Jedermann, die leider heute von keiner Behörde oder Landwirtschaftsverwaltung mehr angeboten werden.

 

Kontakt: P, Fasel, Hundsangen, Tel. 0160/4403917 oder pfasel@t-online.de

 

Einen Abend die Hornisse im Fokus

 

Über 40 Zuhörer waren der Einladung des NABU Hundsangen und der Will und Liselott Masgeik-Stiftung zur ersten gemeinsamen Veranstaltung diesen Jahres gefolgt, um in Molsberg einiges über die größte heimische Wespenart, die Hornisse zu erfahren. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorsitzenden des NABU Hundsangen Marcel Weidenfeller wurde das Leben der Hornissen zunächst in dem Film „Die Hornissenkönigin“ von Wieland Lepoldmüller gezeigt. So erfuhren die Zuhörer, dass nur die Königinnen der Hornissen den Winter überdauern. Im Frühjahr suchen sie sich einen geeigneten Nestplatz, wo sie eine erste Wabe bauen, um darin die ersten Eiern ab zu legen. Aus den Eiern schlüpfen bald erste Arbeiterinnen, die dann den weiteren Nestbau übernehmen und sich die Königin auf die weitere Eiablage konzentrieren kann. Ist das Nest im Laufe des Frühsommers groß genug geworden, legt die Königin erste Königinneneier, die sie mit aus dem vergangenen Herbst gespeicherten Spermien befruchtet. Sind diese Jungköniginnen geschlüpft, legt die Königin in einer weiteren Wabe unbefruchtete Eier ab, aus denen die männlichen Drohnen schlüpfen. Sowohl die Jungköniginnen als auch die Drohnen werden von den Arbeiterinnen aus dem Nest vertrieben und es kommt im Spätsommer zur Paarung der Hornissen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Königin des Vorjahres ihre Aufgabe erfüllt und stirbt, gefolgt von ihrem gesamten Arbeiterinnenstaat, die noch bis zu den ersten kalten Wintermonaten im Nest ausharren. Auch die männlichen Drohnen haben ihre Aufgabe nach der Paarung erfüllt und sterben, während die befruchteten Jungköniginnen ein geeignetes Winterversteck aufsuchen, um im nächsten Jahr den Lebenskreislauf der Hornisse erneut zu beginnen. Dass man keine Angst vor den Hornissen haben muss, wurde im Anschluss des Filmes von Gustav Erhardt aus Kelkheim erläutert, der seit langem im Hornissenschutz aktiv ist. Mit Hilfe eines mitgebrachten Hornissenkastens erläuterte er, wie man der Hornisse aktiv helfen kann, denn oft fehlen großräumige Höhlen in unserer ausgeräumten Landschaft, in denen die Hornissen ihre Nester bauen können. Die Angst vor der Hornisse sei meist unberechtigt so Erhardt und so würden die Nester der Tiere im Siedlungsraum oft zu schnell entfernt oder zerstört. Dabei seien Hornissen als Insektenfresser wichtige Partner der Menschen, um uns vor lästigen Plagegeistern zu schützen. Nachdem alle Fragen und Anregungen der Zuhörerschaft geklärt waren, bedankte sich Philipp Schiefenhövel von der Masgeik-Stiftung bei dem regen Interesse der Zuhörer und vor allem bei Gustav Erhardt für seine fachmännischen Erläuterungen.

 

Bauanleitung Hornissenkasten.pdf
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NABU Hundsangen lässt Hecken pflegen

 

 

 

Hecken sind für den Naturfreund Lebensraum für selten gewordene Tiere wie etwa Rebhuhn Neuntöter, Raubwürger, Dorngrasmücke oder die Goldammer, Mit ihrem unverwechselbaren Ruf weist vor allem die Goldammer auf den Frühsommer hin. Zu den für den Unterwesterwald typischen Heckensträuchern gehören in der freien Feldflur Schwarzdorn oder Schlehe, einige Weissdornarten, mehrere Wildrostenarten, Roter Hartriegel, Kreuzdorn, Hasel und Espen. Besonders auffällig ist der Schwarzdorn, da seine weissen Blüten vor den Blättern erscheinen und dann die Landschaft vorrübergehend wie vom Künstler Christo gestaltet in einen weissen Mantel an Blüten einhüllen.

 

Hecken sind jedoch auch wichtige Elemente der Kulturlandschaft, die sie gliedern und bereichern. Hecken schützen vor Bodenerosion, hemmen den Wasserabfluss oder die Windstärke und sind für die biologische Regulation von Schädlingen von Bedeutung. Hecken sind wichtige Einstandsgebiete für das Niederwild im Herbst und Winter. Hecken finden wir daneben auch im gesamten Siedlungsbereich. Da die Landschaftshecken früher zur Gewinnung von Brennmaterial oder bis heute zur Abgrenzung von Weideflächen erforderlich waren, wurden sie auch genutzt und im Abstand von 10 bis 20 Jahren immer wieder gepflegt, das nennt man "auf den Stock gesetzt". Neben den höheren Baumhecken sind auch die niedrigen Feldhecken von Bedeutung im Naturhaushalt der Kulturlandschaft. Viele Arten leben nur in den niedrig wachsenden Hecken, unter anderem geschützte und gefährdete Arten wie Neuntöter oder Raubwürger.

 

Die NABU Gruppe Hundsangen hat daher in den letzten 25 Jahren und einvernehmlich mit den Grundeigentümern, sowie gefördert durch die Untere Naturschutzbehörde, allein 1500m Feldhecken neu angelegt. Um die ökologische und naturschutzfachliche Leistung zu sichern, wurde ab 2014 mit der Pflege, d.h. dem abschnittsweise erfolgenden "Auf-den-Stock-setzen" begonnen. Hierbei wird wie derzeit auf den Flächen in der hundsänger Gemarkung im Gossen und Dorscheid nicht die gesamte Hecke, sondern nur Abschnitte geschnitten. Diese Pflege erfolgte maschinell und äußerst fachgerecht durch die Firma Henkes und Ternes GbR aus Niedererbach, bei der sich die NABU Gruppe Hundsangen für die gute Zusammenarbeit ganz herzlich bedankt.

 

Charakteristische Heckensträucher werden daher schon im folgenden Jahr wieder ausschlagen, so dass in einigen Jahren die Heckenform wieder erreicht und auf keinen Fall es zu einem Verlust der Hecke kommt. Hierdurch wird auch sicher gestellt, dass die landwirtschaftliche Nutzung als Acker oder Wiese bzw. die Nutzung der Feldwege nicht beeinträchtigt wird.

 

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