Schwalbenfreundliches Haus von Familie Rausch

 

Die meisten Menschen mögen Schwalben, und als Kulturfolger fühlen sich die Vögel in unseren Dörfern wohl. Ideale Voraussetzungen also für eine harmonische Koexistenz, und dennoch gehen die Bestände von Mehl- und Rauchschwalbe seit Jahren zurück. Wesentliche Ursachen dafür sind fehlende Nistmöglichkeiten. Nicht so in Weroth bei Familie Rausch in der Kaiserstrasse. Hier brüten seit mehreren Jahren schon Rauchschwalben in einer Garage. Derzeit ist es ein Paar das die Junge füttert. Grund genug für eine Auszeichnung bzw. eine Urkunde. Die erhielt Familie Rausch von Leander Hoffmann und Peter Fasel vom Naturschutzbund Hundsangen. Die am Haus angebrachte Plakette mit einem Schwalbensymbol soll zeigen: Wir sind Schwalbenfreunde.

Kaum ein Vogel vereint so viel menschliche Sympathie auf sich wie die Schwalbe – vordergründig. Früher galten Schwalben als Boten des Glücks, die das Haus vor Feuer und Blitz sowie das Vieh im Stall vor Krankheiten bewahrten. Noch heute gilt die erste aus dem afrikanischen Winterexil zurückgekehrte Schwalbe als Anzeichen dafür, dass die Freibadsaison nicht mehr weit ist, und tief fliegende Schwalben warnen angeblich rechtzeitig vor drohendem Regen.
Ein Brett reicht schon sagt Leander Hoffmann für unsere Schwalben mit ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch sowie dem gekerbten Schwanz. Sie nutzen vor allem rauh verputzte Hauswände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Bau ihres Nestes. Die Mehlschwalbe brütet gerne in großen Kolonien, und dies nicht immer zur Freude der menschlichen Gastgeber, die sich am Kot und den Resten des Nistmaterials an Fassaden und auf dem Boden stören. Viele Nester werden daher mutwillig zerstört. Dabei würde ein einfaches, einen halben Meter unterhalb der Nester angebrachtes Brett wirksam Abhilfe schaffen.

Rauchschwalben sind von ihren Verwandten durch die langen Schwanzspieße und eine braunrote Färbung von Kehle und Stirn gut zu unterscheiden. Heute bevorzugen Rauchschwalben Balken oder Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder Carports. Leider bleiben die notwendigen Einflugluken nach Renovierungen zunehmend verschlossen oder sind bei Neubauten gar nicht erst vorhanden. 

Beide Arten leiden zudem unter der Asphaltierung von Feldwegen, die es ihnen immer schwerer macht, in Pfützen den Lehm für den Nestbau zu finden. Durch die zunehmende Hygiene in den Ställen, die Aufgabe landwirtschaftlicher Betriebe sowie den hohen Pestizideinsatz auf den Feldern geht auch ihre Nahrung – Insekten, Schmetterlinge, Mücken oder Eintagsfliegen – vielerorts zurück.
Um die friedliche Koexistenz von Mensch und Schwalbe zu fördern, hat der NABU die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ ins Leben gerufen. Bei dieser Aktion belohnt der NABU all jene Hausbesitzer mit einer Plakette, die Schwalben an ihren Gebäuden brüten lassen und das Brutgeschehen sogar durch das Aufhängen von „Starthilfen“ für den Nestbau oder die Anlage einer Lehmpfütze fördern. Diese gut sichtbaren Auszeichnung soll zudem zeigen, dass die hier wohnende Familie sich schwalben- und damit auch naturfreundlich auszeichnet.
 Die Resonanz auf die NABU-Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ und die Aktivitäten unseres Partners der Masgeik-Stiftung zeigt, dass ein gutes Auskommen von Schwalbe und Mensch keine Utopie sein muss.

 

Keine Rote Karte für Schwalben - Vögel und Nester sind gesetzlich geschützt. Forderung zur Beseitigung von Schwalbennestern in Tierställen ist

                                        rechtswidrig!

Immer wieder erreichen den LBV Hinweise, dass Landwirte von Behörden gezwungen werden, Schwalbennester aus ihren Ställen zu entfernen und die Rauchschwalben zu vertreiben. Als Begründung nennen Behördenvertreter eine EU-Vorschrift aus der Futtermittel -hygieneverordnung „Diese besagt jedoch lediglich, dass gefährliche Kontaminationen von Futtermitteln durch Tiere und Schädlinge, also z.B. durch nennenswerte Mengen von Vogelkot, so weit wie möglich zu verhindern sind“, erläutert der LBV-Landwirtschaftsexperte Matthias Luy. Vögel oder deren Nester im Stall sind jedoch für Kontrolleure kein Grund für Beanstandungen. Befolgen Landwirte die falschen Anweisungen begehen sie dagegen eine Straftat, denn Schwalben und ihre Nester sind ganzjährig sowohl durch EU-, als auch Bundes- und

 

Landesgesetze geschützt. Bereits mit dem Inkrafttreten der EU-Futtermittelhygieneverordnung von 2006 befürchteten Landwirte, durch Neuregelungen Ställe zukünftig für Schwalben und andere Vögel sperren zu müssen. In einer Stellungnahme des Umweltministeriums von damals heißt es dazu aber wörtlich: „Diese Auslegung der Hygieneverordnung ist jedoch nicht richtig“. Tatsächlich ist in der Futtermittelhygiene-Verordnung nicht von Ställen insgesamt die Rede, sondern lediglich von Futtermitteln. „Die Futtermittel müssen vor Beschädigung und Verunreinigungen durch angemessene Maßnahmen geschützt werden“, erklärt der LBV-Experte Luy. Die Verordnung ist in diesem Punkt sehr allgemein formuliert. „Der geforderte Schutz der

 

Futtermittel lässt sich durch andere Möglichkeiten sicherstellen. Ein Schwalbenverbot für Ställe ist daraus ebenso wenig abzuleiten wie eine Rechtsgrundlage, auf deren Basis eine Behörde die Entfernung der Schwalbennester anordnen könnte“, so Matthias Luy. Eine generelle Regelung, Schwalben aus Ställen fernzuhalten, widerspräche in jedem Fall den Zielen der EU-Vogelschutzrichtlinie. Der LBV rät zum Schutz vor Verunreinigung von Futtermitteln Kotbretter unter Nestern

 

anzubringen und gelegentlich zu reinigen. Ein Angebot an ausreichend neuen Nistmöglichkeiten durch Brettchen als Nistunterlage oder künstliche Nisthilfen, ermöglicht den Schwalben ihre Nester an unbedenklichen Stellen zu bauen. So können sie aus besonders sensiblen Bereichen, wie etwa über dem Futtertrog oder in der Milchkammer, weggelockt werden. Eine Beseitigung vorhandener Nester ist nicht ohne Befreiung von den Verboten des Bundesnaturschutzgesetztes zulässig. Das Aussperren von Schwalben vor ihrer nächsten Rückkehr aus dem Winterquartier ist auch nicht zulässig, da die Nester einem ganzjährigen Schutz unterliegen, auch wenn die Vögel saisonbedingt nicht anwesend sind. Schwalben sind außerdem nicht nur Glücksboten, sondern auch beliebte natürliche

 

Schädlingskontrolleure, haben sie doch einen gesunden Insektenhunger. Bei ihrer spektakulären Jagd im Flug erbeuten sie 120.000 Fliegen und Mücken allein für die Aufzucht ihrer Jungen.

 

Hinweis:

Im Anhang I der Verordnung heißt es: „Die Futtermittelunternehmer (dazu gehört auch der Futtermittelprimärproduzent „Landwirt) ergreifen gegebenenfalls angemessene Maßnahmen, insbesondere, um gefährliche Kontaminationen durch Tiere und Schädlinge so weit wie möglich zu verhindern“.

 

 

 

erschienen am:

 

2017-07-27 im europaticker

 

Sensenkurs des NABU Hundsangen und Freunde alter Technik Hundsangen (FAT) im SWR -   29.07.2017 - Hundsangen

Straßen- und Wegränder als Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen

So manche Straßen- und Wegränder präsentieren sich im Sommer in bunten Farben – und dienen mit ihren Kräutern und Wildblumen vielen Tierarten als Nahrungs- und Lebensräume. Mit dem Rückgang artenreicher Wildblumenwiesen und der Zunahme intensiv bewirtschafteten, artenarmen Grünlands haben sie deutlich an Bedeutung für mitunter gefährdete und spezialisierte Tier- und Pflanzenarten gewonnen, darauf weist die Naturschutzbund (NABU) Gruppe Hundsangen hin.

 

An Straßen- und Wegrändern können sich teils artenreiche Wiesengesellschaften entwickeln. Blütenbesuchende Insekten wie Schmetterlinge, Hummeln und Wildbienen finden hier Nektar; auch Vögel und Niederwild finden hier ganzjährig Nahrung und Versteckmöglichkeiten. Damit können Straßen- und Wegränder einen wertvollen Beitrag zur Abmilderung des aktuell dramatischen Artenrückgangs in der Agrarlandschaft leisten, erklärt der NABU. Voraussetzung hierfür sei jedoch eine angepasste, extensive Pflege. Hierzu gehört, dass nicht unnötig breit, unnötig häufig und nicht zu früh im Jahr gemäht wird. „Wenn Straßen- und Wegränder schon Ende Mai vor der Blüte gemäht werden, können viele Pflanzenarten keine Samen ausbilden. Über die Jahre verschwinden dann die Blütenpflanzen. Wir empfehlen, auch auf Rücksicht auf bodenbrütende Vogelarten, mit der ersten Mahd möglichst bis Juli oder noch später zu warten und nur ein- bis zweimal im Jahr zu mähen“, so der NABU.

Werden in einem Gebiet die meisten Straßen- und Wegränder und viele Wiesen gleichzeitig gemäht, geht den Tieren schlagartig ein Großteil ihrer Lebensräume und Rückzugsgebiete verloren, sodass viele von ihnen abwandern oder verhungern müssen. „Für die Verkehrssicherungspflicht reicht in vielen Fällen das Mähen eines vergleichsweise schmalen Streifens aus. Insbesondere dort, wo kein Straßenverkehr herrscht, z. B. an Feldwegen, macht eine frühe Mahd am Sommeranfang aus reiner Ordnungsliebe wenig Sinn“, so der NABU weiter. Durch eine angepasste Weg- und Straßenrandpflege hingegen könne ein Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und letztlich unserer aller Lebensqualität geleistet werden.

 

 

 

NABU rät von

Pflanzengift - Einsatz ab

Im Frühling beginnt die Wild-kräuter-Zeit. Doch nicht nur in der Agrarlandschaft, sondern auch in so manchem privaten Garten werden zur Bekämpfung unerwünschter Wildkräuter chemische Pflanzengifte wie lyphosat, das in vielen bekannten Mitteln wie z.B. „Roundup“ enthalten ist, eingesetzt. Der Naturschutzbund (NABU) Hundsangen rät vom Einsatz chemischer Pflanzengifte im Haus- und Kleingarten ab: „Von der Art, wie wir unseren Boden nutzen und bewirtschaften, hängt das Überleben bei uns heimischer Tier- und Pflanzenarten ab. Der Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat ist erwiesenermaßen einer der Gründe für den dramatischen Rückgang typischer Arten der Agrarlandschaft wie Rebhuhn und Feldlerche, denn durch die Mittel wird den Tieren ihre Nahrungsgrundlage entzogen. Gleiches gilt aber auch für unsere Gärten: Durch die Bekämpfung von Wildkräutern, häufig aus reiner Ordnungsliebe, gehen zunächst Insekten wie Schmetterlingen und Bienen wichtige Nahrungspflanzen und Lebensräume verloren, mit weitreichenden Folgen für Vögel und Fledermäuse als nächste Glieder in der Nahrungskette. Auch deshalb raten wir von der Verwendung von Pflanzengiften ab“, so Marcel Weidenfeller von der NABU-Gruppe Hundsangen.

 Laut NABU ist gerade im Gartenbereich das Risiko von Fehlanwendungen von Pflanzengiften wie Glyphosat besonders groß. Vielen sei nicht bekannt, dass es verboten ist, Unkrautvernichtungsmittel auf versiegelten Flächen wie Gehwegen, Hofflächen oder Garageneinfahrten auszubringen. So können die auch für Fische und Amphibien schädlichen Gifte in die Kanalisation und letztlich in die Oberflächengewässer gelangen. „Durch den Verzicht auf Pflanzengifte im eigenen Garten kann jeder einen Beitrag zum Naturschutz leisten. Immerhin entspricht die Gesamtgröße aller Gärten in Deutschland in etwa der Summe aller deutschen Naturschutzgebiete“, so der NABU Hundsangen.

Ob das Pflanzengift Glyphosat für weitere 10 bis 15 Jahre zugelassen wird, entscheidet die EU in diesem Jahr. Das Pestizid wurde von der Weltgesundheitsorganisation als wahrscheinlich krebserregend eingestuft, die Wiederzulassung nach heftigen Protesten im Sommer 2016 deshalb vertagt.

 

Vermeintlich verlassene Jungvögel sind nicht unbedingt hilflos!

 

Viele Jungvögel verlassen in diesen Tagen ihre mittlerweile eng gewordenen Nester und Nistkästen. Beim Naturschutzbund (NABU) Rhein-Westerwald häufen sich währenddessen die Meldungen über vermeintlich hilflose Tiere. Doch nicht immer benötigen diese tatsächlich Hilfe. „Die Jungen vieler Vogelarten verlassen ihr Nest bereits, bevor ihr Gefieder vollständig ausgebildet ist. Damit natürliche Feinde nicht alle der noch flugunfähigen Vögel auf einmal entdecken, verteilen sich diese an verschiedene Stellen des Gartens oder Wäldchens. Die Jungvögel stehen durch Bettelrufe in der Regel noch mit ihren Eltern in Verbindung. Sie werden dann weiterhin versorgt, während sie das Fliegen üben“, so der NABU Hundsangen. Scheinbar hilflose Tiere sollten zunächst an Ort und Stelle belassen und aus einem Versteck ca. zwei Stunden lang beobachtet werden, um den Eltern die Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Nur, wenn in dieser Zeit kein Elternvogel entdeckt wird oder die Jungtiere offensichtlich verletzt oder nahezu unbefiedert sind, sollte eingegriffen werden. Denn die Chance, dass ein Jungvogel in Freiheit überlebt, ist weit größer als bei einem Aufzuchtversuch, selbst bei fachgerechter Pflege. Bei akuter Gefahr durch Katzen oder wenn Jungvögel am Rand einer vielbefahrenen Straße sitzen, sollten die Tiere in einen nahegelegenen Busch gesetzt werden. Die Eltern hören die Rufe der Jungen und nehmen diese selbst nach einer Berührung durch den Menschen wieder an, denn der Geruchssinn ist bei Vögeln kaum ausgeprägt. Säugetiere hingegen sollten nicht berührt werden, damit die Elterntiere sie noch als ihre Jungen erkennen.

 

NABU Hundsangen auf den Spuren der Kelten

Großes Interesse an geschicht-licher Wanderung zum Malberg.
Am 10.06.2017 konnte Marcel Weidenfeller vom NABU Hundsangen 45 Teilnehmer zu einer Historischen Wanderung rund um den Malberg begrüßen.
Nach einer kurzen Einführung durch Christoph Menges (Ötzingen) in das Leben der Kelten, die Kämpfe der Römer gegen die Germanen und den Waldstreit zwischen den Malberggemeinden, brachen die Teilnehmer bei herrlichem Wetter von Ötzingen in Richtung Malberg auf.

 

Am Malberg waren die Grenzsteine, die die Gemarkungen von Ötzingen, Leuterod und Moschheim markieren, eine der ersten Anlaufstellen. Im Verlauf der Tour erläuterte Christoph Menges auch die Lage von Köhlerplätzen im Malberg, die durch ein nahezu kreisrundes Plateau mit einem Durchmesser von ca. 8,0 - 12,0 m heute noch erkennbar sind und bis ins 19. Jahrhundert angelegt und betrieben wurden. Die verbliebenen Ringwälle die die Kelten vor feindlichen Angriffen schützten wurden abgelaufen und Ihre Anordnung fachmännisch erklärt.
Am Gipfel angekommen wurde als erstes die Markierung des höchsten Punktes angelaufen. Der Malberg ist mit seinen 422 Metern über NN und seine markante Kegelform über die Grenzen des Westerwaldes erkennbar. Aus diesem Grund wurde er auch schon als Feuerberg genutzt.
Die nächsten Ziele waren der „Huhe Fils“ (vermutlich „Hoher Fels“) mit seinem Wackelstein und dem "Richterstuhl", eine Felsformation an der vor vielen Jahrhunderten, als die Kelten den Malberg besiedelten Gericht, gehalten wurde.

Die Kapelle im Malberg mit der kleinen Quelle war das nächste Ziel. Dem Quellwasser werden Heilkräfte nachgesagt. Insbesondere bei Augenleiden soll das Wasser helfen. Spontan stimmten die Teilnehmer an der Kapelle ein Marienlied an.

 

Am Rückweg führte der Weg noch am imposanten Wildweiberstein vorbei, die Sage dass dort drei Wildweibchen gewohnt haben sollen wurde von Herrn Menges kurz erläutert.  Auf dem Rückweg zum Feuerwehrgerätehaus, wurde noch die Nutzung des „Appe Stielche“ als Hinrichtungsstätte erläutert.
Abschließend bedankte sich Marcel Weidenfeller bei allen Teilnehmern für die Rege Teilnahme und insbesondere bei Christoph Menges für die tolle Führung.

 

 

Tierwelt des Erbaches begeisterte Jung und Alt

 

 

 

Über 100 junge und erwachsene Bachforscher waren zu der jüngsten Veranstaltung des NABU Hundsangen und der Will und Liselott Masgeik-Stiftung nach Niedererbach gekommen um die Tierwelt des Erbachs genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach der Begrüßung durch Marcel Weidenfeller vom NABU Hundsangen und einer kurzen theoretischen Einführung in die Gewässeranalyse durch den Naturschutzreferenten der Stiftung Philipp Schiefenhövel wurde schließlich das Bachbett von den Teilnehmern genaustens untersucht. Ausgestattet mit Kescher, Küchensieb und Gummistiefel gelangten zahlreiche Bachbewohner in die mitgebrachten Sammel- und Marmeladengläser. So füllten sich die Gläser mit Köcherfliegen-, Schlammfliegenlarven, Bachflohkrebsen und Strudelwürmern. Vor allem aber die etwas größeren Tierchen wie eine männliche Erdkröte, die zahlreichen Groppen und Bachforellen oder zwei Flusskrebse fanden Begeisterung bei den Bachforschern. So waren Leo und Jakob die glücklichen Fänger der beiden Flusskrebse und auch eine junge Ringelnatter ging den beiden Nachwuchsforschern ins Netz. Aber auch alle anderen Kinder und Eltern machten im ökologisch noch gut strukturierten und naturnahen Erbach ausreichend Beute. Nach einer gewissen Sammelphase begann der Biologe Schiefenhövel die gefangenen Bachtiere in Schüsseln zu sortieren und ihre Biologie und Lebensweise zu erklären. Begeistert zeigte er sich über den Fund von vier Larven der Prachtlibelle, die neben einer hohen Wassergüte und einem strukturreichen Bachbett vor allem auch eine ausgeprägte und immer mal wieder sonnenbeschienene Ufervegetation brauchen, wo später die Männchen der blauschimmernden Libellen ihre Reviere abstecken können. Die hohe Anzahl der Groppen einer räuberischen Fischart der Mittelgebirgsbäche verdeutlicht, dass es genügend Kleinstorganismen, wie Köcherfliegen, Eintagsfliegen, Bachflohkrebse und CO im Erbach gibt, die den Fischen als Nahrung dienen. Die einzelne gefangene Bachforelle wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit im Bach ausgesetzt, denn natürliche Vorkommen der Bachforelle sind auch im Westerwald in den Oberläufen der Bäche immer noch selten, da die Fische oft durch Barrieren am Auf- und Absteigen gehindert werden. „Erstaunlich, wie viele verschiedene Tiere in einem so kurzen Bachabschnitt zu entdecken sind!“ berichtete eine Mutter begeistert. Nach drei kurzweiligen Stunden bedankte sich Marcel Weidenfeller bei der Stiftung für ihr Engagement und den Teilnehmern für ihre aktive Beteiligung und alle waren sich einig, dass es genau die richtige Wochenendbeschäftigung gewesen war und der eine oder andere sicherlich wiederkommen wird.

 

NABU Hundsangen wirbt um Gastfreundschaft für Schwalben

Schwalben gehören zu den ersten Langstreckenziehern, die aus ihren mehrere tausend Kilometer entfernten Überwinterungsgebieten südlich der Sahara zurückkehren. Bei uns verbringen die als Glücksbringer geltenden Vögel ihre Brutzeit. Damit sich ihre abnehmenden Bestände wieder stabilisieren, sind sie auf die Gastfreundschaft des Menschen angewiesen, darauf weist die Naturschutzbund (NABU) Gruppe Hundsangen hin.

 

Der mit der Intensivierung der Landwirtschaft einhergehende Rückgang an Insekten, die gerade während der Jungenaufzucht die Hauptnahrung für Schwalben und andere Vogelarten darstellen, macht den Tieren erheblich zu schaffen, so der NABU. Dazu kommt, dass die Schwalben Probleme haben, Nistmöglichkeiten zu finden: „Mehlschwalben bauen ihre Nester an Häusern, allerdings fehlt es in der versiegelten Landschaft mittlerweile vielerorts an feuchtem Lehm, den die Tiere zusammen mit Pflanzenhalmen als Baumaterial nutzen“, erklärt Marcel Weidenfeller von der NABU Gruppe Hundsangen. Abhilfe schaffen kann man durch das Anlegen von Schlammpfützen, die häufig schon nach kurzer Zeit eine Menge Vögel anlocken. Gerade bei glatten Fassaden, an denen der Lehm nicht haften bleibt, können dünne Leisten als Nisthilfen oder auch Kunstnester angebracht werden. Um eine Fassadenbeschmutzung auf einfache Weise zu verhindern, kann laut NABU unter dem Schwalbennest ein sogenanntes Kotbrett installiert werden. „Die Vögel sind als Gebäudebrüter in besonderem Maße auf unsere Toleranz angewiesen. Gerade für die Rauchschwalben haben sich die Lebensbedingungen verschlechtert, da sie ihre Nester vor allem in Kuh- und Pferdeställen bauen, diese aber zunehmend verschlossen werden. Wir empfehlen deshalb, mit Ankunft der Schwalben Fenster von Ställen, Schuppen und Garagen zu öffnen oder gekippt zu lassen“, so Marcel Weidenfeller abschließend.

Wir stellen unser neues Projekt vor:

Lebensraum Dorf – Vielfalt sorgt für Vielfalt

Presseartikel im Verbandsgemeindeblatt Ausgabe 16, Freitag 21.4.2017

Presseartikel in Rhein-Zeitung Ausgabe Westerwald Ausgabe Nr. 76, Donnerstag, 30. März 2017

Presseartikel RZ Ausgabe WW Seite 11 vom Donnerstag 30.3.2017 zum Download
Hier können Sie sich Seite 11 der Ausgabe Westerwald runterladen
Vielfalt RZ Ausgabe WW_30_03_2017_S_11.p
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Presseartikel RZ Ausgabe WW Seite 17 vom Donnerstag 30.3.2017 zum Download
Hier können Sie sich Seite 17 der Ausgabe Westerwald runterladen
Vielfalt RZ Ausgabe WW_30_03_2017_S_17.p
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Unser Flyer und Plakat zum Download/Drucken

Vielfalt sorgt für Vielfalt - Flyer, Ansichts-PDF zum Download
Hier können Sie sich den Flyer zu unserem Projekt runterladen
Vielfalt Flyer-Ansichts.pdf
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Vielfalt sorgt für Vielfalt - Poster, Ansichts-PDF zum Download
Hier können Sie sich das Poster zu unserem Projekt runterladen
Vielfalt Plakat-Ansichts.pdf
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Die Jahreshauptversammlung des Naturschutzbundes Hundsangen (NABU) fand wieder im Foyer der Ollmersch-Halle in Hundsangen statt. Neben den alljährlichen Regularien wie Tätigkeitsbericht, Kassenprüfung und Beschlüsse standen das Programm 2017 und die Maßnahmen wie etwa am Waldlehrpfad und in der Kindergruppe im Fokus.

 

 

 

Peter Fasel begrüßte alle anwesenden Mitglieder und Gäste, u.a., Jonas Krause-Heiber, Leiter der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald, sowie einen Vertreter der Presse und  dankte den Mitgliedern im Namen des Vorstandes für ihr Engagement. In einer Schweigeminute wurde dann den Verstorbenen gedacht, darunter Herr Scheib aus Salz. Ein weiterer Dank galt Markus Duchscherer, zuständig für unsere Kassenangelegenheiten und auch den Jubilaren für eine langjährige Mitgliedschaft. So erhielt Jochen Hannappel vom Landesverband die bronzene Ehrennadel für seine über 30-jährige Tätigkeit und v.a. seine Aktivitäten in der neuen Arbeitsgruppe "Lebensraum Dorf - Vielfalt sorgt für Vielfalt". Weitere Urkunden gingen an Heribert Ickenroth für 30-jährlige Mitgliedschaft und Projektbetreuung etwa für Bienen und Steinkauz, Christoph Neundter erhielt für 20 Jahre, Karen Keller und Christine Schneider für jeweils 10 Jahre Mitarbeit im Verband eine Urkunde. Bereits 2016 hatte der NABU Landesverband Rheinland-Pfalz die Gründungs- und langjährigen Vorstandsmitglieder Leander Hoffmann und Marcel Weidenfeller für einen herausragenden Einsatz im Natur- und Artenschutz auf der Landesvertreter-versammlung mit der silbernen Ehrennadel geehrt.

 

 

 

Das ausgelegte Protokoll der letztjährigen Jahreshauptversammlung sowie der Tätigkeitsbericht 2016 fand ebenfalls Zustimmung und ist auf unserer Homepage ebenfalls nachzublättern.

 

Der Vorstellung des Kassenberichtes 2016 durch Markus Duchscherer folgte die Aussprache der Kassenprüfer Hans-Peter Horz und Jochen Hannappel. Mit Enthaltung der Vorstandsmitglieder ergab die Abstimmung einstimmig eine Entlastung von Kassenwart und Vorstand. Fasel dankte wieder unserem  gewissenhaft tätigen Kassenwart sowie den Kassenprüfern für ihre gute Arbeit. Mit Enthaltungen der Vorstandsmitglieder fand danach auch der Vorstand Entlastung.

 

 

 

Anschließend berichtete Jonas Krause-Heiber, Leiter der Regionalgeschäftsstelle Rhein-Westerwald über Arbeiten, Projekte, Praktikanteneinsatz und Öffentlichkeitsarbeit in der Regionalgeschäftsstelle in Holler. Auch dieser Vortrag ist auf der Internetseite der NABU-Regionalgeschäftsstelle Rhein-Westerwald nachzulesen.

 

 

 

Gespräche mit der Gemeinde über die Verlegung von Teilen des Waldlehrpfades bzw. die Suche nach einem in Teilen geänderten Verlauf blieben bislang ohne Entscheidung. Als Alternative bleibt die Alte „Molsberger Allee“ zum Ersatz, da dort bessere Voraussetzungen durch einen befestigten Weg gegeben ist. Mit einer Enthaltung wurde ein Eigenanteil des Vereins im Falle einer Neutrassierung beschlossen. Weiterhin kam auf Wunsch vieler Naturfreunde zum Ausdruck, die Pressearbeit bei Missständen und Eingriffen in Natur- und Artenschutz deutlich zu verstärken.

 

 

 

Besonders auffällig ist v.a. der Rückgang streng bzw. geschützter Tiere und Pflanze in den Feldern bzw. Ackerfluren. So ist insbesondere auch in der Verbandsgemeinde Wallmerod der Bestand EU-weit besonders geschützter Vögel wie Braunkehlchen oder Wiesenpieper, Bekassine und Raubwürger sowie geschützter Schmetterlinge wie v.a. der Ameisenbläulinge eingebrochen und der Erhaltungszustand der lokalen Population wird durch Baumaßnahmen ohne jeglichen Ersatz des Habitats oder Ausgleich verschlechtert.

 

 

 

Martin Dietz und Marcel Weidenfeller sowie Leander Hoffmann zeigten danach Fotoimpressionen aus der heimischen Natur, u.a. Seltenheiten wie die Töpferwespe oder den Halsbandschnäpper, die in der wissenschaftlichen Literatur veröffentlicht wurden. Am Ende gab Marcel Weidenfeller per Powerpoint wieder einen Rückblick in Bildern der durchgeführten Maßnahmen und von den vielen Veranstaltungen und Wanderungen, an denen auch wieder Neumitglieder oder Naturfreunde benachbarter Vereine teilgenommen haben. Einzelne Bilder werden auf der Homepage des NABU-Hundsangen rückblickend dargestellt. Das Veranstaltungsprogramm 2017, das seit Jahresanfang gedruckt ausliegt, ist bei Marcel Weidenfeller, Amselring 15 erhältlich, sowie einzusehen in unserer Homepage www.nabu-hundsangen.de.

 

 

Großes Interesse bei NABU Veranstaltung „Obstbäume fachgerecht schneiden“ mit der Ortsgemeinde Kuhnhöfen

 

Die NABU (Naturschutzbund Deutschland) Gruppe Hundsangen hatte alle Naturinteressierte und ObstbaumfreundeInnen zu einem Obstbaumschnittkurs ins Bürgerhaus Kuhnhöfen eingeladen und über 35 Teilnehmer aus nah und fern folgten dieser Einladung. Die rund 5 Stunden dauernde Veranstaltung begann zunächst mit einem theoretischen Teil in dem der Referent Theo Bauer aus Selters die Grundlagen des Obstbaumwuchses, die Schnitttechniken, die Bodenbehandlung sowie die Lebensgemeinschaften der Obstwiesen vorstellte. Danach wurden die Teilnehmer in die Techniken des Baumschnitts eingeführt.

 

Im zweiten Teil des Kurses wurde an dorfnahen Obstbäumen der praktische Erziehungs- und Alterspflegeschnitt vorgestellt. Zwischen den zwei Kursteilen gab es eine Pause. Hier sorgten Mitglieder des Gemeinderates Kuhnhöfen für eine vorzügliche Verpflegung der Teilnehmer.

 

Kleiner Fuchs, Foto: Marcel Weidenfeller
Kleiner Fuchs, Foto: Marcel Weidenfeller

NABU-Tipps für mehr Vielfalt im Garten

 

Zum Beginn der Gartensaison gibt die Naturschutzbund (NABU) Gruppe Hundsangen Tipps für die natur- und umweltgerechte Gartengestaltung und pflege. Angefangen werden sollte mit der Verwendung ausschließlich torffreier Blumenerde, die aus einer Mischung von hochwertigem Kompost, Rindenhumus und Holzfasern besteht. Der Abbau von Torf hat in Deutschland dazu geführt, dass mittlerweile 95% aller Moore zerstört sind. Mit den wertvollen Moorlandschaften schwinden auch viele Tier- und Pflanzenarten. Wer auf torfhaltige Erde verzichtet, leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz, denn Moore binden riesige Mengen Treibhausgase. Der NABU beobachtet in vielen Dörfern und Städten einen Trend zu artenarmen Vorgärten in Form von Steinwüsten, die heimischen Tier- und Pflanzenarten kaum mehr einen Lebensraum bieten. Modern, unkrautfrei und pflegeleicht soll es sein. Dabei lassen sich grüne Oasen, von denen Mensch und Natur gleichermaßen profitieren, mit etwas Mut zum Experimentieren ganz einfach herstellen: Durch heimische, standortgerechte Pflanzen, Strukturen wie Steinmauern und Wildkrautecken lassen sich Schmetterlinge, Eidechsen, Vögel und andere Nützlinge fördern. Auch mithilfe von Blumenwiesen und Komposthaufen werden Lebensräume für Tiere geschaffen. Im Sinne eines naturnahen Gartens sollten nach und nach exotische Büsche gegen heimische Sträucher und Bäume ausgetauscht werden. Freiwachsende, Früchte tragende Gehölze bieten einen idealen Lebens- und Nahrungsraum. Das Aufhängen von Nistkästen und Insektenhotels ermöglicht neben dem praktischen Nutzen auch spannende Naturbeobachtungen für Jung und Alt. 
 
Weiteführende Informationen zum naturnahen Gärtnern erhalten Interessierte bei der NABU-Regionalstelle Rhein-Westerwald, Tel.: 02602/970133.
 

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