Zwergfledermaus
Zwergfledermaus

NABU Rheinland-Pfalz startet große Fledermaus-Zählaktion am letzten Juni-Wochenende

In diesem Jahr möchte der NABU Rheinland-Pfalz eine ganz besondere Fledermausaktion starten: Den Fledermauszensus in Rheinland-Pfalz.
Bestandsschätzungen von Fledermäusen sind sehr schwierig, da die nachtaktiven Tiere meist sehr unauffällig leben. Auch über Fledermausarten, die fast ausschließlich an Gebäuden leben, ist nur wenig bekannt und doch mehren sich die Hinweise, dass es an einigen Stellen Rückgänge der klassischen „Gebäudefledermäuse“ gibt.
 
Der groß angelegte Fledermauszensus soll nun dabei helfen, einen besseren Überblick über den Bestand der Fledermäuse in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Je mehr Menschen mitmachen, umso besser. Denn nur so können wir einen besseren Überblick über unsere Fledermäuse erhalten. „Im Rahmen der Aktion wollen wir daher möglichst viele Besitzer von Fledermausquartieren dazu aufrufen, am selben Wochenende „ihre“ Fledermäuse beim Ausflug aus dem Quartier zu zählen“, berichtet Cosima Lindemann, Naturschutzreferentin beim NABU Rheinland-Pfalz.
Wer Fledermäuse am Haus hat, erkennt dies meist anhand des Fledermauskotes, der unterhalb des Quartierausfluges auffällt. Die kleinen schwarzen Knödelchen ähneln Mäusekot und werden oft damit verwechselt. Ganz sicher ist man, wenn man den Ausflug am Abend beobachtet. Am besten postiert man sich dazu bei Sonnenuntergang schräg unterhalb des Ausfluges der Tiere. Gemeint ist tatsächlich Sonnenuntergang, es ist dann also noch nicht dunkel. Ende Juni ist das etwa um 21:45 Uhr. Die Silhouetten der Fledermäuse sind dann vor dem noch hellen Himmel gut zu sehen, eine Taschenlampe braucht man also nicht. Der genaue Ausflugszeitpunkt ist von Art zu Art verschieden, beginnt bei der häufigsten Art, der Zwergfledermaus, aber kurz nach Sonnenuntergang. Jetzt ist schnelles Mitzählen gefragt, denn die Tiere fliegen recht zügig nacheinander aus. Gut 30 Minuten nach dem ersten Tier ist dann meist alles vorbei. Noch mehr Spaß macht das Ganze, wenn man mit Mehreren zählt, so kann man auch im Auge behalten, ob die Fledermäuse auch an anderen Stellen am Haus ausfliegen.
 
Die Aktion soll aber nicht nur dazu dienen, mehr über die heimlichen Mitbewohner an unseren Häusern zu erfahren: „Wir wollen die Menschen auch dazu animieren, den Blick wieder mehr auf die faszinierenden Tiere zu richten“, sagt Lindemann weiter. Fledermäuse leben oft sehr heimlich mitten unter uns, einige Arten sind aber tatsächlich darauf angewiesen, einen Platz an unseren Häusern zu finden. Aber solche Arten haben es immer schwerer. Nicht nur, dass viele Quartiere im Rahmen von Sanierungsarbeiten verloren gehen, gerade jetzt um diese Zeit, in der sich die Weibchen zur Jungenaufzucht zu Kolonien zusammengeschlossen haben, mehren sich die Anrufe von Menschen, die die Tiere loswerden möchten. „Klar, der Kot kann schon ärgerlich sein. Wenn man aber bedenkt, dass die Tiere auf unsere Hilfe angewiesen sind und meist nur kurze Zeit im Jahr an unseren Häusern leben, kann man darüber möglicherweise besser hinweg sehen“, wirbt die Diplom-Biologin um Akzeptanz für die geschützten Tiere. Zudem ist der Kot ein Zeichen dafür, wie viele Insekten die Tiere in der Nacht gefressen haben. Je mehr Kot, desto mehr Insekten wurden vertilgt.
 
Mitmachen lohnt sich: Unter allen Einsendungen, die uns bis zum 31. August erreichen, verlosen wir neben Fledermausbüchern als Hauptgewinn einen tollen Fledermausdetektor. Waren in diesem Jahr keine Tiere da oder sind sie in diesem Jahr bereits wieder ausgezogen? Macht nichts! Auch diese Information ist für uns wichtig.
Den Meldebogen finden Sie zum Download auf www.NABU-RLP.de

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